Strategie

Der Begriff Strategie entstammt aus dem Griechischen und bezieht sich wie viele andere Konzepte des Managements ursprünglich auch auf die militärische Heerführung (stratos = Heer, agein = führen). Das vor zweieinhalbtausend Jahren geschriebene chinesische Buch »Die Kunst des Krieges von Sunzi« ist inzwischen zu einem Klassiker der Managementliteratur aufgerückt. Im 19. Jahrhundert hat der preußische General Carl von Clausewitz den Begriff der Strategie zu einem zentralen Thema seiner umfangreichen Studie »Vom Kriege« gemacht und neu interpretiert. Clausewitz beschreibt darin die Ausrichtung auf langfristige Ziele. Diese Zielorientierung hat militärisch zur Folge, dass die Befehlsgewalt stärker nach unten, auf die Ebene der Gefechtsführung delegiert wird, um flexibel auf nicht vorhersehbare Bewegungen des Gegners und die wechselnden Umfeldbedingungen reagieren zu können. Clausewitz zeigt, wie die Strategie den Handlungsspielraum der untergeordneten Einheiten festlegt.

Diese Idee wird heute zum Beispiel von der mathematischen Spieltheorie bearbeitet, wo es darum geht, wie sich im Schachspiel strategische Entscheidungen auf die Dynamik des Spielgeschehens auswirken. Eine weitere für uns wichtige Einsicht vermittelt Clausewitz, indem er zur strategischen Ausrichtung auch Aspekte menschlichen Verhaltens zählt: Kühnheit, Antrieb, Beharrlichkeit, List und das Verhältnis zwischen Spannung und Ruhe, Innovation und Routine. Wir finden hier erste Parallelen zu der heute allgemein akzeptierten Tatsache, dass die Werteorientierung durch die strategische Ausrichtung entscheidend beeinflusst wird, dass die strategische Ausrichtung den Rahmen für eine Organisationskultur schafft.

Merkmale einer Strategie
Damit sind drei zentrale Begriffsmerkmale einer Strategie herausgearbeitet:
• die Berücksichtigung der Handlungen von anderen Akteuren und deren Dynamik im Umfeld
• die deutliche Abgrenzung der strategischen von der operativen Ebene und
• das Merkmal der Langfristigkeit strategischen Handelns.

Strategische Orientierung schafft Handlungsspielräume. Damit ein Vorhaben im ökonomischen und sozialen Sinn als Kooperationssystem wirkungsvoll und effizient den angestrebten Nutzen bringen kann, muss es selbst dreierlei Leistungen erbringen:
• Orientierung: Wohin gehen wir?
• Koordination: Wie stimmen wir uns dabei ab?
• Sinnstiftung: Warum arbeiten wir zusammen, was verbindet uns?

Ein Vorhaben der EZ muss eine Strategie erarbeiten, die es erlaubt, alle Anstrengungen und Aktivitäten auf die für den Erfolg entscheidenden Aspekte und Ziele auszurichten. Vereinfacht gesagt, geht es dabei um die Frage, ob wir »die richtigen Dinge tun«.

Quellen:

  • GIZ: Capacity WORKS - Das Managementmodell für Nachhaltige Entwicklung
  • Sunzi: Die Kunst des Krieges. Hrsg. von James Clavell. (München, 1988)
  • Carl von Clausewitz: Vom Kriege. (Berlin, 1832)

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